Flaschengärung
Flaschengärung ist eine Abkurzung für Traditionelle Flaschengärung. Diese ist die klassische Methode für die Herstellung von Champagner in Frankreich, und wird auch für die Produktion von hochwertigem Sekt verwendet. Flaschengärung heißt, dass die Gärung des Sektes oder Champagners in den Originalflaschen stattfindet. Nach dem Zusatz einer Fülldosage (Zucker und Hefe) zum Grundwein (in der Regel werden verschiedene Grundweine in einer sogenannten Cuvée zusammengestellt) wird dieser Grundwein in Flaschen abgefüllt und mit Kronkorken verschlossen. Die Zucker und Hefe leiten eine 2. Gärung an, die in der Flasche stattfindet. Die abgefüllten Flaschen werden in einem kühlen Keller für mindestens neun Monate gelagert. Nach der Lagerzeit werden die Flaschen entweder in Rüttelpulten oder in Gitterboxen gesetzt, um mit dem „Rüttelprozess“ zu beginnen. Ziel dabei ist, dass die abgestorbene Hefe sich in Richtung Flaschenhals bewegt, sodass sie entfernt werden kann. Die Flaschen werden einmal täglich in einem bestimmten Winkel gedreht, der immer steiler wird. Somit gleitet die Hefe in den Flaschenhals und bildet dort einen Hefepfropf. Nach dem Abrütteln werden die Flaschen kopfüber in einem Kältebad getaucht, sodass der Hefepfropf im Flaschenhals friert. Die Kronkorken werden dann maschinell vorsichtig von der Flaschen entfernt und durch den Druck des Sektes oder Champagners schießt der Hefepfropf sofort aus der Flasche. Dieser Prozess heißt degorgieren. Der nächste Schritt ist die Zugabe einer sogenannten Dosage (ein Mischung aus Wein und Zucker) um dem fast zuckerfreien Sekt oder Champagner seine Süße, je nach Charakter der Cuvée oder Marke, zu geben. Anschließend werden die Flaschen bis zum Nennvolumen (in der Regel 0,75 Liter) mit Rohsekt aufgefüllt und mit Sektkorken verschlossen und etikettiert.