Die Geschichte des Kornbrands reicht über 500 Jahre zurück und hat in Deutschland eine in vielen Regionen tief verwurzelte Tradition. So sind bis heute die meisten Kornbrennereien in Norddeutschland und Westfalen ansässig. Die Bezeichnung „Korn“ für einen deutschen Kornbrand ist EU-weit geschützt, nicht zuletzt deshalb ist diese traditionsreiche Spirituose ein wahres Aushängeschild des hiesigen Brennhandwerks.
Ein Kornbrand wird ausschließlich aus der Destillation von vergorener Maische aus vollem Korn gewonnen. Der Mindestalkoholgehalt für einen Korn beträgt 32%Vol. für einen Doppelkorn mindestens 38%Vol. Eine zweite Destillation zur weiteren Verfeinerung ist erlaubt. Geschmacklich zu unterscheiden sind der mildere Weizenbrand, mit seinen sanften Noten und der würzigere Korn aus Roggen, bei dem auch kräftige Aromen den Geschmack tragen. Generell ist der Korn klar und farblos, nach Lagerung in Holzfässern zeigt er aber goldgelbe und leuchtend braune Farbtöne, die an Weinbrand oder Whisky erinnern. Führt der Korn in der Bezeichnung noch ein ergänzendes „alter“ oder „alt“ weist er eine Reifezeit von mindestens sechs Monaten auf.
Korn hat einfache Grundstoffe. Nach dem Schroten des Getreides wird heißes Wasser zugeführt, um die Maische anzusetzen. In dieser Maische löst sich die Stärke, die sich nach der Zugabe von Gerstenmalz in Zucker verwandelt. Dann kann die natürliche alkoholische Gärung ihren Lauf nehmen.
Aus der Destillation geht der Rohbrand hervor, der einen Alkoholgehalt von ca. 85% Vol. aufweist. Der Rohbrand wird in aller Regel ein zweites mal destilliert und es entsteht unter Abtrennung von Vor- und Nachlauf der Feinbrand. Man spricht auch von „Rektifikation“. Erst der Feinbrand gelangt auf Trinkstärke herabgesetzt, in den Handel. Die geschmackliche Qualität des Wassers entscheidet daher bei der Güte eines Korns mit. Geht es dem Wodka um den absolut reinen Geschmack, so will ein Korn schon nach dem schmecken, was er ist-nach vollem Getreide. Daher sind auch Zusatz- und Aromastoffe in einem Kornbrand verboten.