Das Weinbaugebiet Languedoc umfasst die drei Departments Aude, Card und Herault.
Die Rebflächen liegen meist nah an der Küstenlinie, auf einer Länge von nahezu 240 km. Das Klima ist im Sommer trocken und heiß. Die Niederschläge erfolgen meist in Form von heftigen Schauern, so dass Trockenheit zwischen Mai und September eines der größten Probleme für den Weinbau darstellt. In einigen Gebieten des Languedoc ist der Weinbau, sowie der Anbau von Oliven, die einzig mögliche Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen, andere Nutzungen würden eine großflächige Bewässerung erfordern.
Seit dem Beginn der römischen Besetzung ist der Weinbau historisch belegt. Die Weine wurden schnell beliebt, da ihre Qualität ähnlich gut war, wie die Importware aus Italien, aber günstiger erworben werden konnten. Einen Aufschwung erhielt der Weinbau ab dem Jahr 45 v.Chr., als Veteranen der römischen Legionen sich bei Narbonne niederließen um dem Weinbau nachzugehen. Aufgrund der wachsenden Konkurrenz, (und der damit einhergehenden Kriese) die von gallischen Provinzen ausging, die den Weinbau für sich entdeckt hatten, erließ Kaiser Domitian im Jahr 93 ein Edikt, dass es den Galliern verbot Wein anzubauen. Nicht betroffen waren jedoch die römischen Veteranen in den außeritalienischen Kolonien. Unter den Kaisern Nerva, Trajan und Hadrian konnte sich der Weinbau im bescheidenen Maße erholen und es entstanden erste Rebflächen entlang des Tarn bei Gaillac. Trotz der kurzen Regierungszeit des römischen Kaisers Probus (276-282) gehört er heute zu den bekannten römischen Kaisern. Dies rührt von einem Absatz in der Probus-Biographie der Historia Augusta her, wo es in Kapitel 18,8 heißt: „Er erlaubte allen Galliern, Spaniern und Briten Reben zu besitzen und Wein herzustellen.“
Mit dem Niedergang des Römischen Reichs verlor der Weinbau des Languedoc seine überregionale Bedeutung. Einen wichtigen nachhaltigen Impuls erhielt die Region, als Benedikt von Aniane im Jahr 782 ein Kloster in der Nähe des heutigen Aniane errichtete. Der Einfluss der Mönche und der Klöster sollte schließlich bis in das 18.Jahrhundert eine wichtige, treibende Kraft des Weinbaus bleiben. Die im Jahr 1289 gegründete Universität Montpellier spielte schnell die Rolle eines Motors für den Weinbau der Region. Arnaldus de Villanova destillierte als erster aus Wein den Weingeist und stoppte alkoholische Gärung durch Zugabe dessen. Durch dieses Verfahren entstanden in der Folge, die im Languedoc häufig ausgebauten Süßweine der Familie Vins Doux Naturels. Da die Professoren der medizinischen Abteilung der Universität häufig auch Leibärzte des französischen Königs waren, wurde der Wein der Gegend zunehmend zu Heilzwecken am königlichen Hof eingesetzt. Der am 24. Mai 1681 eröffnete Canal du Midi erschloss Languedoc neue Märkte, obwohl sich das Weinbaugebiet von Bordeux, durch das sogenannte privilège du vin, praktisch eine Monopolstellung im Weinhandel mit England gesichert hatte. Von dieser Situation profitierten insbesondere holländische Weinhändler, die süße Weißweine und Branntwein importierten.
Als im Jahr 1709 ein verheerender Frost fast die gesamte Rebfläche Frankreichs, mit Ausnahme der Anbaugebiete rund um das Mittelmeer, vernichtete, konnte das Languedoc kurzfristig großen Nutzen aus dieser Situation ziehen. In den Jahren 1729 und 1731 untersagte Ludwig der XV die Neuanlage von Rebflächen unter Androhung von Geldbußen. Diese Regelwerke wurden jedoch im Languedoc kaum beachtet. Die Verabschiedung der Six edicts von Anne Robert Jacques Turgot, baron de I´Aulne am 12. März 1776 ermöglichte die Schaffung einer Freihandelszone in Frankreich und stellte damit die Basis für einen schwunghaften Weinhandel. Im Jahr 1816 erzeugte das Languedoc 15 Prozent allen französischen Weins. Alte weiße Rebsorten wurden im großen Stil durch den Massenträger Aramon ersetzt, 1871 wurden allein im Départment Hérault 214.000 ha aus dieser Sorte erhoben. Im Jahr 1851 wurde das Languedoc vom Echten Mehltau heimgesucht und ab dem Jahr 1863 fügte die Reblaus den Reben große Schäden zu. Zur gleichen Zeit eröffneten sich der Region neue Absatzmärkte, durch den Bau der Bahnlinien über Lyon und Bordeaux in den Norden Frankreichs, weshalb zwischen 1850 und 1869 die Produktionsmenge von 3,9 auf über 15,2 Millionen Hektoliter stieg. Nach der Reblaus erholte sich das Languedoc recht schnell. Die Qualität der neuen Rebsorten und Massenträger war jedoch minderwertig und zur Erzielung einer ansprechenden roten Farbe wurden algerische Weine, als sogenannte Deckweine, eingesetzt. Als es in den Jahren 1904 bis 1907 nacheinander zu 4 großen Ernten kam, konnten die Weine infolge eines Überangebotes nicht mehr verkauft werden.
Es kam zu einer Fülle von Protestkundgebungen der Winzer, als Konsequenz der offensichtlichen Verdrossenheit wurden erste Genossenschaften geründet, die sich zunächst auf die Erzeugung von preisgünstigem Tafelwein beschränkte. Mit der Unabhängigkeit von Algerien 1962 fehlte schlagartig ein großes Volumen an billigen Weinen, diesen Mangel kompensierte das Languedoc. Es kam zu extremen Spreizungen der Weinqualitäten im französischen Weinbau, das Languedoc bediente lediglich den Massenmarkt. Erst seit den 80er Jahren werden zunehmend hochwertige Rebsorten angepflanzt.
Diese Sorten sind jedoch in den alten AOC Vorschriften nicht erlaubt, weshalb im Jahr 1987 der Landwein Pays d´Oc eingeführt wurde, in dem überwiegend international anerkannte Sorten, wie Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah oder Chardonnay, Viognier sowie Sauvignon Blanc, vermarktet werden.
Vorreiter für die Zuwendung zu mehr Qualität war unter anderen Aimé Guibert, der mit seinem Cabernet Sauvignon basierten (70% und höher) Cuveé Mas de Daumas-Gassac das Potential der Region belebte und zeigte wie es gehen kann.