Viele Winzer haben sich von den internationalen Rebsorten für Wein verabschiedet und ersetzen sie mehr und mehr mit den alten einheimischen Weinreben wie z.B dem Friulano - hier liegt das größte Potential des Friaul.
Die Region grenzt im Norden an Österreich, im Osten an Slowenien, im Süden an das adriatische Meer und im Westen an Venetien. Die Böden sind locker, mineralisch und nährstoffarm. Alle drei Eigenschaften sind geradezu ideal für Weinreben. Denn sie schlagen ihre Wurzeln leicht ins Erdreich, stehen nicht im Wasser, finden in Feuchtigkeit, müssen aber die knappen Nährstoffe mühevoll aus der Tiefe holen. So nehmen sie Mineralstoffe auf, die später für Weine hoher Qualität sorgen.
Im Friaul sind 13 weiße Rebsorten zugelassen, darunter sehr viele hochwertige. Deren Weine sind vielschichtig und überraschend lagerfähig. Die Qualitätsweine wie Collios gewinnen fast immer durch dekantieren. Ortsstämmige Rebsorten sind der Friulano (bis 2008 noch Tocai Friulano), diese Weine sind frisch, duften nach weißen Blüten und sollten jung getrunken werden. Ribolla Gialla ist eine weitere autochthone Rebsorte im Fiaul und wird schon seit dem Mittelalter kultiviert. Diese Weinrebe hat qualitativ ein hohes Potential. Als Rebsortenwein zeigt sie eine frische Säure und oft den exotischen Duft von Mandarinenschalen. Die Weine sind jung oft verschlossen und unzugänglich und offenbaren erst nach einiger Lagerzeit eine bemerkenswerte Aromenfülle. Bei den roten Rebsorten ist die autochthone Sorte Refosco dominierend, mit der größten Anbaufläche im Friaul. Die Weine sind oft lila in der Farbe und herb. Mit verbessertem Rebmaterial gewinnt der Wein an Lagerfähigkeit und Qualität. Die besten heute gebrauchten Klone sind Refosco Pedunculo (deutsch: Refosco mit roten Stielen).